Ist es wirklich so schwer, eine Frau nachhaltig zu beeindrucken? Wisst ihr tatsächlich nicht, wie ihr euch beim weiblichen Geschlecht interessant macht, Männer? Das kann ich zwar kaum glauben, aber helfe euch doch gern auf die Sprünge. Davon habe ich schließlich auch selbst etwas. Meine persönlichen Top Ten Tipps zum Anbandeln für Markus und andere Prinzkandidaten:

  1. An erster Stelle steht tatsächlich der Humor. Glaubt es, oder glaubt es nicht. Wie einer ganzen Menge anderer Frauen ist mir der am wichtigsten. Wer mich zum Lachen bringt, oder zumindest zum Lächeln, der hat schon den ersten Stein im Brett. Schließlich kann ich mich dann auf unser erstes Rendezvous freuen und muss keinen endlos zähen Abend befürchten.
    (Keine Angst, ihr braucht weder ein Clownsdiplom, noch sollt ihr Witzekataloge auswendig lernen. Ein bisschen Schlagfertigkeit und die Gabe, euch selbst nicht für den Nabel des Universums zu halten, reichen aus. Der Rest passiert von selbst.)
  2. Besitzt du die Fähigkeit zuzuhören? Es gibt nichts Anstrengenderes, Einschläfernderes, Abtörnenderes als Männer, die einen ganzen Abend lang über ihr Lieblingsthema schwadronieren. Am übelsten sind die, deren Thema auch noch das eigene Leben, der eigene Beruf, oder die eigene Großartigkeit im Allgemeinen sind. Achte einfach auf ein ausgewogenes Gesprächsverhältnis!
    (Das heißt also andererseits gewiss nicht, dass du den ganzen Abend über schweigen sollst wie ein Fisch, nur um an meinen Lippen zu hängen. Das wäre eine beinahe noch größere Katastrophe als Dauerbeschwallung.)
  3. Beherrscht du die nonverbale Kommunikation? Es gibt diese Momente, in denen Frauen darauf hoffen, dass der Mann einfach die Klappe hält, ihnen tief in die Augen blickt und erkennt, dass jetzt Reden nur Silber, Schweigen aber Gold wäre. Ich weiß, das ist schwierig. Wenn man(n) nämlich im falschen Moment mit treudoofem Dackelblick herumsitzt, denkt die Frau wahrscheinlich: Was ist? Muss er jetzt pupsen?
    (Der Schlüssel liegt hier im Wörtchen „beherrschen“. Antennen ausfahren. Spüren, wann es soweit ist. Sehr schwierig, aber wenn du das schaffst, bist du so gut wie unwiderstehlich.)
  4. Erkennst du den geeigneten Augenblick für eine Berührung? Es gibt kaum etwas Peinlicheres als Männer, die ihre Gesprächspartnerin aufdringlich betatschen: Ungefragtes Unterhaken, komm wir gehen mal dort rüber … Oberarmstreicheln, ist dir kalt? … Sich beim Reden am Händchen der Gegenüberin festhalten …
    (Das geht alles gar nicht. Ich meine vielmehr ein zartes Streifen, das wie Zufall rüber kommt, bei dem aber die Frau bemerkt, dass dem Mann dieser Zufall angenehm ist. Natürlich ist das nicht wirklich Zufall. Aber die Illusion ist es, die die Frau bezaubert.)
  5. Ganz persönlich stehe ich ja auf dezentes Umsorgen: Trinkst du noch ein Glas, oder hast du genug? … Ist dir kalt? Ich biete dir gern meine Jacke an. (Glaub mir, eine Frau, die dein Jacket oder deinen Pullover akzeptiert, die ist auch für mehr zu haben. Allerspätestens dann, wenn sie dich am nächsten Tag anruft, um dir dein Kleidungsstück zurück zu geben. Also auf keinen Fall noch am gleichen Abend zurückfordern! Notfalls lieber abschreiben.)
    Darf ich dir noch ein Dessert bringen? … Mit sowas kriegst du mich.
    Aber bitte auf keinen Fall übertreiben. Du bist kein Hütehund, der dauernd um das Schäfchen kreisen muss. Auch hier macht es das Gespür für den Augenblick. Stichwort: dezent.
  6. Jetzt ist der Moment gekommen, auf die Ehrlichkeit hinzuweisen. Erzähl mir keinen Mist. Es kommt alles raus, allerspätestens, wenn es ernst mit uns würde. Bleib also bei der Wahrheit und mach dich nicht zum Supermann.
    (Das gilt natürlich auch andersherum. Wenn die gegenseitige Sympathie unverkennbar ist, neigen Männer wie Frauen dazu, ganz dick aufzutragen, um noch die letzten Punkte einzufahren.
    Lass es. Entweder ich mag dich, wie du wirklich bist, oder eben nicht. Richtig gruselig wäre es, nach ein, zwei Dates festzustellen, dass du gar nicht Single bist sondern ein verheirateter Familienvater. Bedenke: Vielleicht hätte ich ja sogar ganz gern einmal mit einem Familienpapa gekuschelt? Jedenfalls wenn du es ganz klar gesagt hättest?)
  7. Wir verlassen nun die Pflicht und widmen uns der Kür. Du hast mich beobachtet und dir ein Bild gemacht. Du machst mir Komplimente zu Details, von denen du glaubst, dass sie mir wichtig sein könnten.
    Zum Beispiel lobst du meine außergewöhnlichen Nylons. In meinem Fall würdest du damit sofort die volle Punktzahl einfahren. Andere Frauen sind vielleicht stolz auf ihr Make-up. Oder auf ihre Tattoos.
    (Sieh mich einfach an. Dir fällt bestimmt etwas auf, das mich von anderen Frauen deutlich unterscheidet. Tipp am Rande: Schieß dich nicht auf sexuelle Merkmale ein. Kaum eine Frau würdigt den Hinweis auf ihre gnadenlose Oberweite oder ihren breiten Hintern. Wahrscheinlich sind sie ihr eher peinlich, auch wenn sie dir ganz besonders gefallen. Sag ihr doch besser, wie gut ihr dieser weite Rock steht, also die Maßnahme, mit der sie ihre vermeintlichen Defizite zu kaschieren versucht. Bestärke sie!)
  8. Der kleine Hinweis auf Möglichkeiten: Den kann ich gewiss überhaupt nicht vorgeben. Der hängt zu sehr vom genauen Stand der Intimität ab. Dieser Hinweis bewegt sich irgendwo zwischen „Eine Frau wie dich hab ich noch nie kennengelernt. Du faszinierst mich.“ und „Hallo? Wo hast du dich denn bisher versteckt? Ich will unbedingt mehr von dir!“.
  9. Hui! Wir sind fast durch. Aber an vorletzter Stelle steht eine echt harte Nuss: der Charme. Fast alles, worüber ich bisher geschrieben habe, kann auch ein autistisch veranlagter Mathematikprofessor mechanisch abspulen. Aber trotzdem wird er nicht landen, einfach weil das gewisse Extra fehlt und ich mich zu langweilen beginne.
    Was ist das überhaupt, dieser Charme? Es reicht mir nicht aus, den Begriff als „bezauberndes, gewinnendes Wesen“ oder „magnetische Anziehungskraft“ zu erklären. Charme ist ein Wesenszug, eine persönliche Ausstrahlung gepaart mit Situationsbewusstsein, die ein Mensch besitzt oder eben nicht. Das letzte Tüpfelchen auf dem i in der zwischenmenschlichen Kommunikation.
    Und das ist auch schon die schlechte Nachricht: Ich glaube nicht, dass charmantes Auftreten erlernbar ist. Hast du es nicht drauf, oder verwechselst du es mit Anzüglichkeit, dann läufst du bei mir sehr wahrscheinlich ins Leere.
    (Obwohl ein wirklich charmanter Mann sogar Anzüglichkeiten so verpacken kann, dass sich eine Frau nicht angebaggert sondern geschmeichelt fühlt.)
  10. Der Abschluss. Die Mittelstürmerfrage ist die allerletzte Hürde. Sie ist die Königsdisziplin und verlangt Verbindlichkeit, die Bereitschaft zu einer klaren Willensäußerung. Willst du mich heute mit zu dir nach Hause nehmen? Oder dich zu mir nach Hause einladen lassen?
    Dann sag es. Jetzt. „Ich fahr gleich nach Hause. Kommst du mit?“ … „Darf ich dich zu dir nach Hause begleiten?“
    Oder willst du vertagen? Weil es heute nicht geht, oder du nicht ganz sicher bist? … „Ich bin für heute weg. Ich mag dich, sehen wir uns wieder?“
    Mach kein Chauffeurangebot und warte, bis ich dich vor der Haustür noch auf einen Kaffee einlade. Dieser ganze Filmquatsch ist totaler Mist und in meinem echten Leben noch nie passiert. Sag vorher deutlich, was du dir wünschst. Mehr als ein „Danke, aber heute nicht“ kannst du dir nicht einhandeln. Und dann weißt du, woran du bist.
    Das spart Nerven. Deine und meine ;-)
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Ein Gedanke zu “Schlüssel zu meinem Herzen

  1. Oh je, ich glaube, ich habe etwas sehr Wichtiges, etwas Elementares vergessen. Denn natürlich gilt die Liste auch umgekehrt, wenigstens nach meinem Verständnis. Und da halte ich mich auch dran.

    Außer im Punkt 5. Wirst Du nicht erleben, dass ich Dich beim Kennenlernen umsorge. Weder umfassend noch „dezent“. Man überlege einmal: Ich biete einem Mann meine Stola oder Jacke an, weil ihm kalt ist?
    Nein, da bin ich total altmodisch. Ein Kerl, der Interesse an mir hat, darf nicht darauf hoffen, dass ich mich auf Partys um seine Versorgung kümmere. Vergiss es einfach.

    Aber in allen anderen Punkten kannst Du Dich auf mich verlassen!

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