Großes Malheur, der Wortmischer steckt in grausligen familiären Schwierigkeiten. Bestimmt ist es furchtbar, wenn sich der Tod eines eigenen Elternteils abzeichnet und man machtlos daneben steht und bloß zusehen kann, wie es zu Ende geht. Ich wünsche ihm von Herzen, dass es diesmal vielleicht nochmal gut geht. Auch wenn ich beileibe keine Einzelheiten kenne und nicht beurteilen kann, ob eine Fristverlängerung ein Segen oder bloß ein schreckliches Hinauszögern des Unvermeidlichen wäre.

Dieser Kelch ist glücklicherweise an mir vorbei gegangen. Meine Eltern sind zwar längst verstorben, aber im Nachhinein muss ich wirklich sagen, dass sie und ich Glück hatten. Mir blieb es damals erspart, langer Krankheit und einem schrecklichem Siechen zusehen zu müssen.

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Ich kann davon ausgehen, dass Vater und Mutter Seite an Seite in einem glücklichen Lebensmoment starben. Sie kamen bei einem Unfall ums Leben, als ihr Wohnmobil während einer Urlaubsfahrt in Yugoslavien von der Straße abkam und an der Steilküste in der Nähe von Dubrovnik abstürzte. Sie hatten kurz davor eine Ansichtskarte an mich abgeschickt, die mich erst Monate später, längst nach der Beerdigung der Eltern erreichte. Mutter hatte auf der Karte von ihrer „zweiten Hochzeitsreise“ geschrieben. Ich stelle mir noch immer vor, dass diese letzte Fahrt ein großes Glück für die beiden bedeutet hat. Damals war ich 27 Jahre alt und meine Eltern in ihren Fünfzigern.

Ich glaube, so würde ich mir mein Lebensende auch wünschen. Nach einem Leben, das zwangsläufig durch viele Hochs und Tiefs gegangen wäre. Aber zuletzt eben an der Seite eines Herzensmenschen, vielleicht wirklich angekuschelt an diesen Menschen hinter dem Steuer, auf einer entspannten Urlaubsfahrt. Etwa gar nach einer erfüllten Liebesnacht mit ihm?
Dann würde ich auch lieber in diesem Moment nach einem kurzen Erschrecken in den Tod stürzen, als irgendwann im hohen Alter in einem Krankenbett über das unausweichlich nahende Ende zu grübeln. Oder noch schlimmer, gar nicht mehr mitzubekommen, dass es mich gerade noch gibt und im nächsten Moment nicht mehr.

Nein, definitiv: Ich zöge die harte aber süße Variante vor. Auskosten bis zur Neige, und dann … cut!

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